Wasser- und Stromleitungen finden

Wasser- und Stromleitungen finden

Die Bohrmaschine ist eines der wichtigsten Werkzeuge, wenn Sie in Ihrem Haus bestimmte Veränderungen durchführen wollen.

Denn mit ihr können Sie in unterschiedliche Wände und Untergründe Löcher bohren, wie zum Beispiel in Beton oder Holz. Doch bevor Sie zum Einsatz kommt, sollten Sie alle relevanten Leitungen in der Wand finden, die Sie bearbeiten wollen (Stromleitungen und Wasserleitungen). Das ist vor allem dann sehr wichtig, wenn Sie an diesen Stellen ein Regal oder ein Bild aufhängen wollen.

Eine defekte Stromleitung kann unter Umständen sogar tödlich enden, eine defekte Wasserleitung ist dagegen vor allem ärgerlich und macht sehr viel Arbeit. Zudem ist die Reparatur sehr aufwendig und verursacht in den meisten Fällen auch sehr hohe Kosten. All das können Sie vermeiden, wenn Sie die folgenden Tipps beachten.

Welche Vor- und Nachteile hat es, vor dem Bohren alle Strom- und Wasserleitungen in den Wänden zu finden?

Vorteile

  • Sichere Bohrarbeiten
  • Geringes Verletzungsrisiko
  • Kein Wasserschaden und keine Stromschläge

Nachteile

  • Vorarbeit nötig
  • Detektor und Stromleitungsprüfer müssen gemietet oder gekauft werden

Regeln

Wenn Sie in Ihrem Haus bohren wollen, sollten Sie einige Regeln befolgen. Die Elektriker legen die Kabel zumeist nach einem bestimmten Prinzip. Das hilft Ihnen, diese zu finden. Suchen Sie hierfür erst einmal die nächste Steckdose. Denn an dieser laufen die einzelnen Kabel in den meisten Fällen senkrecht nach oben oder auch nach unten. Nach ungefähr 30 Zentimetern werden sie dann waagerecht über der Erde verlegt. Ähnliches gilt auch für die Decke. Denn auch 30 Zentimeter unter dieser werden nicht selten Leitungen verlegt. Wenn Sie ein Bild aufhängen, sollten Sie dies erst unter diesem Bereich tun.

Leider gibt es aber keine hundertprozentige Sicherheit, wie der Verlauf von Stromleitungen in der Wand aussieht. Daher sollten Sie immer selber den Test machen. Im Folgenden wird nun erläutert, mit welchen Maßnahmen Sie Stromleitungen und Wasserleitungen in Wänden finden können.

Leitungssucher

Die erste Möglichkeit, mit der Sie Wasserleitungen und Stromleitungen finden können, ist es, einen sogenannten Leitungssucher zu verwenden. Mit ihm spüren Sie elektrische Spannungen auf und erkennen die Bereiche, in denen Sie nicht bohren sollten. Hierfür fahren Sie ganz einfach mit dem Gerät über die Wand, die Sie bearbeiten wollen.

Bei den meisten Modellen schlägt ein Zeiger aus, wenn sie eine Spannung finden. Wenn Sie sich dann immer noch nicht sicher sind, können Sie zusätzlich noch einen sogenannten Metalldetektor einsetzen. Im Handel gibt es Modelle, die speziell für den Einsatz auf Hauswänden ausgelegt wurden. Diese reagieren nicht auf eventuell vorhandene Spannungen, sondern auf Metall.

Somit können Sie mit solchen Geräten sowohl eine Stromleitung wie auch eine Wasserleitung finden. Viele von ihnen sind so genau, dass sie sogar Kunststoffrohre erkennen, in denen sich ein Metall befindet. Dennoch lohnt sich eine Investition nur bei etwas älteren Gebäuden. Denn in diesen sind noch deutlich häufiger Metallrohre verbaut.

Baupläne nutzen und Kabel in der Wand finden

Bauplan
Nutzen Sie Baupläne

Am einfachsten können Sie eine Wasserleitung orten, indem Sie die Baupläne Ihres Hauses studieren. Denn dort sollten diese markiert sein, sodass Sie den genauen Verlauf nachvollziehen können. Wenn Sie keine Baupläne besitzen oder sie gerade verlegt haben, sollten Sie die Firma kontaktieren, die die Leitungen damals verlegt hat. Wohnen Sie nur zur Miete, befragen Sie Ihren Vermieter.

Fachbetrieb

Wenn Sie mit dem Ortungsgerät für Wasserleitungen keinen Erfolg hatten, sollten Sie zur Sicherheit einen Fachbetrieb mit der Ortung der Leitungen beauftragen. Dort können Sie sich einen speziellen Scanner ausleihen, mit dem Sie die Wände scannen und unter anderem auch Stromkabel und Heizungsrohre finden. Ein solches Gerät zu kaufen, lohnt sich normalerweise nicht. Denn der Kabelfinder kostet rund 500 Euro, die Leihgebühr liegt dagegen bei lediglich 20 Euro.

Nie auf Verdacht bohren

Konnten Sie alle Wasser- und Elektroleitungen finden, können Sie mit dem Bohren beginnen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, muss die Arbeit noch warten. Denn zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie niemals auf Verdacht bohren.

Arten von Leitungen

Stromleitung

Wissen Sie nicht, wo die Stromleitungen verlaufen, ist Vorsicht geboten. Denn wenn Sie diese beschädigen, besteht unter Umständen sogar Lebensgefahr. Was so dramatisch klingt, ist die Wahrheit. Bauen Sie ein neues Haus, ist es sehr wichtig, dass Sie sich von jeder einzelnen Stromleitung einen Plan erstellen.

Fußbodenheizung

Heutzutage sind Fußbodenheizungen sehr beliebt und werden immer häufiger genutzt. Leider werden die hierfür benötigten Leitungen nicht selten unkontrolliert verlegt. Wenn Sie diese mit dem Bohrer treffen, besteht zwar in der Regel keine Lebensgefahr, dafür kann ein sehr hoher finanzieller Schaden die Folge sein.

Wasserleitung

Was für die Leitungen einer Fußbodenheizung gilt, gilt auch für Wasserleitungen. Wenn Sie diese beschädigen, kann ein hoher finanzieller Schaden entstehen. Denn das Wasser tritt mit sehr hohem Druck aus der Leitung und kann unter anderem auch die Möbel, die Wohnungseinrichtung und auch den Boden beschädigen. Wenn sich die betroffene Wasserleitung in der Nähe eines Stromkabels befindet, besteht Lebensgefahr. Um den Schaden möglichst gering zu halten, sollten Sie wissen, wo sich der Wasseranschluss beziehungsweise der Haupthahn befindet und diesen so schnell wie möglich schließen.

Lüftungsleitungen und Kanal

Nicht ganz so schlimm ist es, wenn Sie beim Bohren eine Lüftungsleitung oder einen Kanal beschädigen. In der Regel besteht hierbei keine Gefahr, dennoch müssen Sie sehr wahrscheinlich mit einem hohen Sachschaden rechnen. Denn das Leck müssen Sie auf jeden Fall reparieren lassen.

Richtig reagieren im Schadensfall

Falls Sie versehentlich eine Leitung durchbohren, kann im schlimmsten Fall Lebensgefahr bestehen, im besten Fall entsteht lediglich ein Sachschaden. Wenn Sie beim Bohren die Isolierung eines Kabels beschädigen, kann auch das zum Problem werden. Denn dann kann die Leitung den Belastungen nicht mehr so gut standhalten wie eine intakte Leitung. Im schlimmsten Fall kommt es dann zu einem Wohnungsbrand. Damit es nicht so weit kommt, sollten Sie ein defektes Kabel immer sofort austauschen lassen.

Treffen Sie auf eine Wasserleitung, müssen Sie sofort das nächstgelegene Absperrventil schließen beziehungsweise den Haupthahn zudrehen. Denn dadurch können Sie den Schaden begrenzen. Allerdings sollten Sie die Reparatur beziehungsweise den Austausch einem Profi überlassen und auf keinen Fall selber durchführen. Wenn es aufgrund einer unsachgemäßen Instandsetzung zu einem weiteren Wasserschaden kommt, könnten Sie eventuell haftbar gemacht werden.

Auch eine beschädigte Gasleitung kann ein echtes Problem werden. Bemerken Sie eine solche, sollten Sie schnellstmöglich alle Fenster im Haus öffnen. Darüber hinaus sind sie dazu verpflichtet, alle weiteren Bewohner über den Schaden zu informieren. Hierfür dürfen Sie aber auf keinen Fall die Klingel betätigen, da diese in den meisten Fällen elektrisch betrieben wird und dann eine Explosionsgefahr bestehen würde. Haben Sie sich, wie auch die anderen Bewohner in Sicherheit gebracht, müssen Sie noch Ihren Gasversorger kontaktieren, damit er das Gas sofort abstellt.

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