Bohrerarten: Steinbohrer, Metallbohrer & Universalbohrer

Bohrerarten

Sicherlich kennen Sie als Heimwerker das Problem, wenn Sie ein Loch in eine Wand bohren wollen und das einfach nicht richtig funktioniert.

Auch bei sehr großem Kraftaufwand dringt der Bohrer einfach nicht wie gewünscht in das Material ein. Das kann unterschiedliche Gründe haben, wovon ein falsch gewählter Aufsatz einer ist.

Denn jeder Werkstoff hat seine ganz eigenen Eigenschaften. Aus diesem Grund gibt es auch viele unterschiedliche Bohrer. Diese unterscheiden sich häufig nur in sehr kleinen Details, die für Laien nicht direkt erkennbar sind. Damit Ihnen das gelingt, sollten Sie den folgenden Artikel gründlich durchlesen.

Metallbohrer

Dieser Aufsatz wird in den meisten Fällen aus sogenanntem High Speed Steel (HSS) gefertigt, was auf Deutsch so viel wie Schnellarbeitsstahl bedeutet. Mit einem solchen Aufsatz können Sie unterschiedliche Materialien bearbeiten, wie zum Beispiel Eisen, Stahl, Aluminium, Messing, Kunststoff oder auch Kupfer. Viele dieser Bohrer haben eine spezielle Beschichtung und eignen sich daher auch zum Bearbeiten von legierten Materialien. Die Vorderseite ist kegelförmig und hat zwei sehr scharfe Kanten.

Dahinter befindet sich ein Schaft mit Spiralnut. Letztere sorgt dafür, dass die Metallspäne abtransportiert werden. Durch einen runden Kopf kann der Aufsatz in einer Bohrmaschine und auch in einem Akku-Bohrer eingebracht werden. Sehr interessant, dass die Spitze eines solchen Bohrers theoretisch ausglühen kann. Das passiert sehr häufig, wenn längere Zeit mit zu hoher Drehzahl oder auch mit einem zu starken Anpressdruck gearbeitet wird.

Um das Ausglühen zu verhindern, sollten Sie den Bohrer mit einer speziellen Bohrpaste oder mit einem sogenannten Schneidöl versehen. Darüber hinaus nehmen Sie ihn am besten regelmäßig auch aus dem Bohrloch. Denn auch dadurch können Sie die Temperatur etwas senken.

Holzbohrer

Holzbohrer werden entweder aus Werkzeugstahl, Carbonstahl oder auch aus Chrom-Vanadium-Stahl hergestellt. Mit ihm können Sie schnell und einfach Weichholz, Hartholz, normale Spanplatten, Sperrholz, MDF und auch diverse andere Holzarten bearbeiten. Hierfür verfügt der Bohrer über Schneiden, die recht lange Außenkanten und gleichzeitig auch etwas kürzere Innenkanten haben. Dadurch wird beim Bohren immer erst der Rand des Bohrloches angeschnitten. Gleichzeitig werden aber auch die Holzfasern gründlich durchtrennt. Dadurch sind sehr saubere Löcher möglich.

Anders als die oben beschriebenen Metall-Bohrer haben Holz-Bohrer eine sogenannte Zentrierspitze, die Ihnen bei der Ausrichtung des Bohrers sehr behilflich sein kann. Zudem ist durch sie auch kein Vorkörnen nötig, da der Aufsatz nach dem Aufsetzen auf der Wand nicht mehr so leicht verrutschen kann. Am Schaft hat ein Holzbohrer eine Spirale, die die Aufgabe hat, den Holzstaub aus dem gebohrten Loch zu transportieren. Die meisten Modelle können problemlos in die meisten Bohrmaschinen eingespannt werden. Wenn Sie auch regelmäßig sehr tiefe Löcher erzeugen wollen, sollten Sie einen speziellen Schlangenbohrer verwenden. Denn dieser verfügt über eine recht lange und breite Bohrspirale.

Zudem befindet sich oben keine Zentierspitze, sondern ein spezielles Einzugsgewinde. Letzteres erzeugt bei jeder Umdrehung des Bohrers einen Vorschub.

Steinbohrer - Beton Bohrer

Steinbohrer mit Diamantspitze können aus Werkzeugstahl, Carbonstahl und auch aus einem sogenannten Chrom-Nickel-Molybdän Stahl bestehen. Mit ihm können Sie auch sehr harte Materialien bearbeiten, wie zum Beispiel Beton, diverser Naturstein, Fliesen und Granit. Dafür wird er entweder in einer Schlagbohrmaschine oder auch in einen leistungsstarken Bohrhammer eingespannt. Die oben erwähnten Materialien lassen sich nicht so einfach schneiden wie zum Beispiel Holz oder Metall.

Aus diesem Grund verfügt dieser Bohrer auch über eine angelötete Hartmetallplatte, die sehr verschleißfest und auch widerstandsfähig ist. Des Weiteren hat sie die Form eines Pfeils beziehungsweise eines Keils. Dadurch schneidet sie beim Bohren nicht direkt in den Untergrund, sondern bearbeitet mit vielen kleinen Schlägen das jeweilige Material. Mithilfe der Bohrspirale wird der aufkommende Staub dann ganz praktisch aus dem Loch geleitet. Die Spitze kann stumpf oder geschliffen sein. Erste Variante eignet sich vor allem zum Bohren von Mauerwerk, Beton und auch für Steinwände.

Die geschliffene Spitze sollten Sie immer nur ohne Schlagfunktion bei diversen porösen Werkstoffen verwenden, wie zum Beispiel beim Bohren von Fliesen, sogenannten Hohllochziegeln und Granit. Der Schaft kann rund sein oder über einen SDS-Anschluss verfügen, wobei SDS Special Direct System bedeutet und einen speziellen Hammerbohrer-Anschluss meint.

Fliesenbohrer

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Ausführung des Spiralbohrers. Er ist darauf ausgelegt, mit besonders scharfen Schneiden die robuste Glasur einer Fliese zu durchdringen. Damit der Fliesenbohrer nicht schon nach einigen Verwendungen stumpf wird, sollten Sie beim Bohren genau darauf achten, dass Sie auch wirklich nur diese entfernen. Anschließend können Sie dann mit Karatbohrer weiterarbeiten. Sehr effektiv arbeiten Modelle, die eine pfeilförmige Spitze haben.

Universalbohrer

Diese Bohrer sind sozusagen eine praktische Mischung aus einem Stein-Bohrer, einem Holzbohrer und auch aus einem Metallbohrer. Aus diesem Grund eignen sie sich zum Bohren von Untergründen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen, wie zum Beispiel auch eine Stahlbetondecke oder auch ein Mauerwerk mit integrierten Holzpfosten.

Ähnlich wie der Steinbohrer hat auch der Universal-Bohrer an der Spitze eine spezielle und aufgelötete Hartmetallplatte. Diese ist angeschliffen, sodass Sie mit dem Aufsatz auch Holzwände bohren oder ihn für das Schlagbohren verwenden können. Nachteilig ist aber, dass der Universal-Bohrer zwar vielseitig einsetzbar ist, aber keinesfalls so gute Ergebnisse liefert wie einer der oben beschriebenen Spezialbohrer.

Sonderformen

Neben den bereits erwähnten Bohrerarten gibt es auch einige Sonderformen. Diese unterscheiden sich in ihrem Aufbau wie auch in den Verwendungszwecken deutlich von ihnen. Eine Sonderform ist der sogenannte Senkbohrer oder Senker. Mit diesem können Sie die Bohrlöcher erweitern, um verschiedene Schrauben eindrehen zu können.

Der Forstnerbohrer oder Flachfräsbohrer kann zur Holzbearbeitung genutzt werden. Allerdings eignet er sich dort eher für spezielle Arbeiten.

Auch der Blechschälbohrer zählt zu den Sonderformen unter den unterschiedlichen Bohrertypen. Hierbei handelt es sich um einen leicht kegelförmigen Aufsatz, der von der Form her dem oben erwähnten Kegelsenker ähnelt. Mit diesem können Sie in dünne Bleche diverse Löcher scheiden. Der Glasbohrer hat dagegen eine lanzenartige Spitze und damit eine Pfeilform. Mit ihm können Sie Glas und die Glasur von Fliesen bohren.

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