Bosch GBH 3 28 DFR Test

Bosch GBH 3 28 DFR
Bosch GBH 3 28 DFR
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Bosch hat zwar den Bohrhammer nicht erfunden, das war die Firma Fein, aber sie waren die ersten die solch eine Maschine in Serie gebaut haben, anno 1932.

Seitdem gehört der Boschhammer in den Sprachgebrauch, wie das berühmte Tempo Papiertaschentuch. Seitdem ist Bosch einer der Marktführer auf dem Gebiet der elektro-pneumatischen Bohrmaschinen. Auch das heute weltweit verbreitete Einstecksystem SDS (Steck-Dreh-Sitz) stammt von der Robert Bosch GmbH. Aus deren großen Sortiment haben wir das Profi-Modell GBH 3-28 DRF ausgiebig getestet.

Was zeichnet diesen Bohrhammer aus?

 Geringe Vibrationen (nur 13 m/s²) für ein angenehmeres Arbeiten
 Ausgewogene Gewichtsverteilung durch L-Bauweise
 Kugeltülle zum Vorbeugen von Kabelbrüchen
 Drehbare Bürstenplatte für gleiche Kraft im Rechts- und Linkslauf
 Schlagstopp zum Bohren in Holz und Metall

Details

Bosch GBH 3 28 DFR

Dabei handelt es sich um ein mittelschweres Gerät der 800 Watt Klasse mit einer Schlagenergie von 3,1 Joule, einer Drehzahl von max. 900 UpM (Schlagzahl 4000 pM) bei 3,6 kg Gewicht.

Laut Herstellerangaben reicht das für Bohrungen bis 28 mm in Beton, 13 mm in Stahl und 30 mm in Holz. Bei einem Einsatz von Bohrkronen ist die Grenze bei 82 mm in Mauerwerk.

Bohrstärken

Für den Transport auf die Baustelle steht ein stabiler Kunststoffkoffer zur Verfügung. Dieser ist mit den Maßen 48 x 36 x 13 cm recht geräumig und bietet neben dem Standardzubehör auch noch längeren Bohrern und Bohrkronen Platz.

Kunststoffkoffer

Zur Wartung liegen ein Reinigungstuch und eine Tube Fett bei und natürlich eine Bedienungsanleitung. Diese ist kurz und knackig, beinhaltet aber alle wichtigen Punkte und Technischen Daten.

Der GBH 3-28 DFR ist kein Bohrhammer wie er an jeder Ecke zu finden ist.

Er ist ein Modell mit senkrecht stehendem Motor, woraus sich eine geringe Länge von nur 440 mm ergibt und er besitzt wechselbare Werkzeugaufnahmen.

Senkrecht stehender Motor

Das obligatorische SDS-Plus Futter kann werkzeuglos mit einem Handgriff gegen ein 13 mm Schnellspannbohrfutter ausgetauscht werden. So sind auch Bohrarbeiten in Holz und Metall oder auch eingeschränkt Schraubarbeiten möglich.

Der Wechsel ist denkbar einfach. Markierten Ring zurückziehen und das Futter wird entriegelt. Anbringen ist noch einfacher. Einstecken bis *Klick* und fertig.

SDS-Plus Futter und Schnellspannbohrfutter

Da der GBR 3-28 DFR über keine blockierte Spindel wie ein Akkuschrauber verfügt, ist das Schnellspannbohrfutter zweihülsig. Man muss beim Spannen mit der anderen Hand gegenhalten.

Bedienung

Die Bedienung ist sonst soweit gerätetypischer Standard, eine Bohrmaschine halt. Alles was wichtig ist, hat eine rote Farbe.

Da wäre zum einen der Gasgebeschalter am Griff. Im Gegensatz zu den firmeninternen Brüdern mit liegenden Motoren, besitzen die Varianten mit stehendem Motor über keine eingebaute Sperre für den Dauerbetrieb. Es muss immer ein Finger auf dem Schalter bleiben. Das kann ab und an schon mal nerven, ist aber bei anderen Herstellern ebenso.

Keine Sperre für den Dauerbetrieb

Oberhalb von dem Gasgebeschalter sitzt eine Gummimanschette. Darin befindet sich ein Dämpfungselement.

Gummimanschette

Dieses ist für die "VibrationControl" genannte Vibrationsdämpfung durch Entkopplung des Griffes.

VibrationControl

Das funktioniert an sich sehr gut, solange man nicht zu stark auf die Maschine drückt und den Stoßdämpfer so außer Kraft setzt. Dieses Verhalten ist bei Bohrhämmern sowieso kontraproduktiv. Die Maschine verrichtet die (Schlag)Arbeit, ein zusätzliches Drücken bringt da sehr wenig, außer einer unnötigen Belastung des Armes.

Unten am Motor sitzt der schwenkbare Kohlebürstenhalter für die Drehrichtungswahl.

Drehrichtungswahl

Anders wie früher passiert die Auswahl von Rechts- oder Linkslauf direkt am Motor und nicht mehr wie früher oder bei billigen Maschinen über den Gasgebeschalter. Dieses hatte sehr oft den Nachteil, dass im Rückwärtsgang nur eine eingeschränkte Leistung und Drehzahl zur Verfügung stand. Jetzt mit den drehbaren Kohlen, steht immer die volle Leistung parat.

Seitlich befindet sich das Funktionswahlrad, mit welchem man zwischen reinem Bohren, Hammerbohren und Meißeln umschalten kann.

Funktionswahlrad

Unsichtbar in der Maschine und bei allen Bohrfunktionen arbeitet die Sicherheitskupplung. Sollte sich der Bohrer z. B. bei einem Treffer auf Armierungseisen verklemmen, schützt sie den Anwender (und auch die Maschine) vor einem plötzlichen Blockieren.

Verarbeitungsmäßig spielt der Bosch GBH 3-28 DFR auf einem sehr hohen Niveau. Alles passt, ist sauber verarbeitet und lässt sich einfach und problemlos bedienen.

Der Bosch gehört zur sogenannten "Heavy Duty" Reihe, bedeutet, dass er extrem robust gebaut und für eine lange Lebensdauer ausgelegt ist.

Dieses merkt man schon an so Kleinigkeiten, wie den Kabeleinlass. Andere Hersteller verbauen dort nur einen einfachen Knickschutz aus Gummi, Bosch erweitert diesen um ein Kugelgelenk, welches einen möglichen Bruch des weichen 4 m langen Gummikabels in diesem Bereich deutlich verringert.

Kugelgelenk

Auch die Zubehörteile sind wertig und sehr stabil konstruiert, wie den abnehmbaren Zusatzhandgriff. Dieser ist so gut wie unkaputtbar und hält wirklich bombenfest.

Zusatzhandgriff

Um den am Zusatzgriff befindlichen Tiefenstopp zu verstellen, ist es nicht nötig, den Griff zu lösen, es reicht den roten Knopf einzudrücken und der Tiefenstopp kann neu eingestellt werden. Das sind so Details, welche das Arbeiten erleichtern. Man sieht, dass Bosch auch solche einfachen Zubehörteile für die Praxis durchdacht entwickelt.

Tiefenstopp

Auch wenn der Bosch GBH 3-28 DFR recht kurz daherkommt, ist er keine Maschine für den einhändigen Einsatz. Dafür ist er einfach zu schwer und der Griff nicht entsprechend geformt.

Einhändig ungeeignet

Für die meisten Arbeiten reicht es aber, mit der anderen Hand, die Maschine zusätzlich am Motorgehäuse zu halten. Dieses ist entsprechend geformt und die Lüftungsschlitze so angebracht, dass sie nicht komplett verdeckt werden können.

Einsatz mit zwei Händen

Gerade bei schweren Meißelarbeiten oder wenn mit hohem Drehmoment gearbeitet wird, empfiehlt es sich, den Zusatzhandgriff zu nutzen.

Zusatzhandgriff

Praxistest

In der Praxis schlägt sich der Bosch GBH 3-28 DFR ausgesprochen gut und er zeigt, dass er ein echter Allrounder für eigentlich alle Bohrarbeiten in Beton und leichte bis mittlere Stemmarbeiten ist.

Bohrungen in allen möglichen Gesteinsarten sind mit guten Bohrern ein Kinderspiel. Putz abschlagen ist dank das nicht allzu hohen Gewichts und dem guten Schwerpunkt + Vibrationsentkopplung einfach zu bewerkstelligen und auch das Wegstemmen von Mauer- und Fundamentabschnitten aus Beton schafft der Bosch in einer akzeptablen Zeit. Dabei ist die Lautstärke noch im grünen Bereich im Vergleich zu anderen Maschinen. Trotzdem empfehlen wir das Tragen eines Gehörschutzes.

Dank des Wechselfutters lässt sich der Bosch GBH 3-28 DFR auch für "nicht artgerechte" Arbeiten, wie das Anmischen von Putz oder Estrich missbrauchen. 75 kg Estrichbeton sind so möglich, dabei ist die Maschine, durch ihre dafür zu lange Übersetzung, aber schon ziemlich am Limit. Zur Not geht das mal, aber für öfters ist es der Lebensdauer sicherlich nicht zuträglich.

Um vergleichbare Zahlen zu bekommen, haben wir den Bosch in vier Disziplinen mit zwei unterschiedlichen Materialien getestet. Diese werden auch für alle folgenden Testberichte in Material und verwendeten Bohrern gleich sein. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Maschine die Arbeit verrichtet und nicht durch übermäßigen Druck der Tester.

Zum einen als Ersatz für Arbeiten im Haus, zwei typische Arbeiten. Einbringen von Dübelbohrungen von 8 mm und dem Setzen von Unterputzdosen in 68 mm Durchmesser in Leichtbeton (Hohlblocksteine, etc.)

Testbohrungen

Für die 8 mm Bohrungen mit einer Tiefe von 55 mm brauchte der GBH 3-28 DFR im Mittel aus vier Messungen 2,8 Sekunden. Bei solchen kleinen Bohrungen kann der Bosch seine Schlagenergie von 3,1 Joule nicht wirklich ausspielen.

Anders sieht es beim Einsatz der 68 mm Bohrkrone aus. Da schafft es der Bosch innerhalb von 65 Sekunden durch die 55 mm.

Zweites Material war Beton mit typischen Arbeiten im Garten, dem Einbringen von größeren Bohrungen für die Befestigung von Zäunen, Überdachungen, etc.

Bohren in Beton

Dabei galt es zum einen mit einem 10 mm Bohrer 11 cm in den harten Beton zu bohren. Dafür brauchte der GBH 3-28 DFR im Schnitt aus vier Durchläufen 13 Sekunden. Im gleichen Material bis zur gleichen Tiefe, aber mit einem 20 mm Bohrer, benötigte er 27 Sekunden.

Speziell die letzte dicke Bohrung braucht Schlagenergie und da steht der Bosch im Vergleich zu anderen Maschinen sehr gut im Futter.

Vorteile des Bosch GBH 3 28 DFR

  • Der Wechsel des Bohrfutters ist denkbar einfach
  • Vibrationsdämpfung durch Entkopplung des Griffes
  • Rechts- oder Linkslauf mit voller Leistung
  • Robust gebaut und für eine lange Lebensdauer ausgelegt
  • Kugelgelenk verhindert Kabelbrauch
  • Gute Ergebnisse bei den Testbohrungen

Nachteile des Bosch GBH 3 28 DFR

  • Keine eingebaute Sperre für den Dauerbetrieb, ist aber bei anderen Herstellern ebenso

Fazit

Bosch GBH 3 28 DFR Test

Mit dem Bosch GBH 3-28 DFR kommt ein sehr guter Allrounder in kurzer Bauform zu einem passenden Preis ins Haus.

Die hochwertig verarbeitete und durch das nicht zu hohe Gewicht noch gut handhabbare Maschine erledigt so gut wie alle anfallenden Arbeiten ohne Probleme und den Wunsch nach etwas Größerem.

Besonders hat uns, neben der Leistung des Boschs, das lange Kabel und die einfach zu wechselnden Futter gefallen. Wer den Bosch GBH 3-28 DFR kauft, hat sein Geld gut angelegt und bekommt ein Top-Gerät.

Michael Hild
Autor: Michael Hild

Neben einigen anderen Hobbys und Interessen, hat mich seit Frühjahr 2010 die Leidenschaft am Holzwerken gepackt. Dazu setze ich neben vielen Handwerkzeugen auch diverse Maschinen vornehmlich der Firma Festool ein. Blog: michael-hild.blogspot.de

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